
44 % der Fernfahrer leiden unter Symptomen einer Depression – dennoch wird die psychische Gesundheit in der Transportbranche oft übersehen. Die Art der Tätigkeit spielt eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden der Fahrer, da diese mit langen Arbeitszeiten auf der Straße und ausgedehnten Phasen der Isolation konfrontiert sind. Wie können Fahrer und die Branche angesichts des Tages der psychischen Gesundheit am 10. Oktober für ihr Wohlbefinden sorgen?
Wie können Autofahrer auf ihre psychische Gesundheit achten?
Autofahrer können verschiedene Maßnahmen ergreifen, um ihre psychische Gesundheit zu fördern:
Schlaf und Erholung
Ausreichend Schlaf ist für die körperliche und geistige Gesundheit unerlässlich. Als Lkw-Fahrer können lange Stunden hinter dem Steuer den normalen Schlafrhythmus stören – die Etablierung einer Routine verbessert die Stimmung, die Aufmerksamkeit und das Wohlbefinden des Fahrers.
Flüssigkeitszufuhr und Ernährung
Auch wenn es unterwegs schwierig ist, ist eine ausgewogene Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr entscheidend, um Energieeinbrüche und Stimmungsschwankungen zu vermeiden.
Mit Stress umgehen
Zum Beruf des Lkw-Fahrers gehört es, mit Stresssituationen umzugehen – Techniken zum Stressmanagement wie Zeitmanagement und Entspannungsübungen senken den Stresspegel wirksam. Achtsamkeitsübungen wie Meditation und tiefes Atmen tragen dazu bei, einen ruhigen Geisteszustand zu bewahren.
Körperliche Bewegung
Regelmäßige Bewegung ist für die körperliche und geistige Gesundheit unerlässlich. Einfache Aktivitäten wie Spazierengehen, Radfahren oder Dehnübungen setzen Endorphine frei und heben die Stimmung. Erfahren Sie, wie Sie unterwegs gesund bleiben.
Sprechen
Das Lkw-Fahren ist ein einsamer Beruf, bei dem die Fahrer stundenlang mit niemandem sprechen. Der Kontakt zu Freunden, Familie und Kollegen über Telefonate und Videoanrufe gibt Halt und hilft, Einsamkeitsgefühle zu überwinden. Raststätten bieten den Fahrern eine hervorragende Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten über die Herausforderungen und Schwierigkeiten ihres Berufs auszutauschen.
Mach Pausen
Längere Fahrzeiten können psychisch anstrengend sein – regelmäßige Pausen zum Ausruhen und Auftanken senken den Stresspegel. Für Fahrer gelten strenge Vorschriften bezüglich regelmäßiger Pausen – erfahren Sie mehr über die Vorschriften und Bestimmungen zum Fahrtenschreiber.
Was die Fahrer sagten
Wir haben Fahrer in den sozialen Medien gebeten, uns mitzuteilen, wie sie auf ihre psychische Gesundheit achten:
Truck Life GB erklärt: „Ich unterstütze andere Fahrer über meine Social-Media-Kanäle. Mein Posteingang ist immer offen für einen Plausch. Ob es nun ein kleiner Scherz oder ein allgemeines Gespräch ist – es sind die kleinen Dinge, die viel bewirken.“
„Podcasts und eine tolle Truppe von Kumpels, die all die Höhen und Tiefen kennen, so wie ich sie kenne. Mindestens einer von ihnen hat einen schlechteren Tag als man selbst“, erklärt der Lkw-Fahrer Mark.
Der SMS-Dienst „Be A Mate“ von Mates in Mind ermöglicht es Fahrern, rund um die Uhr mit geschulten Freiwilligen zu sprechen, wenn sie Selbstmordgedanken haben, ängstlich sind oder sich überfordert fühlen. Der Dienst ist anonym und erscheint nicht auf der Telefonrechnung. Fahrer müssen lediglich „BeAMate“ an die Nummer 85258 senden, um das Gespräch zu beginnen.

Was können Fuhrparkunternehmen tun?
Flottenmanager können verschiedene Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass ihre Fahrer auf ihre psychische Gesundheit achten. Die Schaffung eines Umfelds, in dem offen und vorurteilsfrei über psychische Gesundheit gesprochen wird, kann dazu beitragen, Meinungen und Stigmatisierungen zu ändern.
Flotten können folgende Maßnahmen ergreifen:
Arbeitsbelastung
Wo immer möglich, kann eine Verringerung der Arbeitsbelastung des Fahrers dessen Wohlbefinden erheblich verbessern.
Support
Ein regelmäßiger Austausch mit den Fahrern fördert offene Gespräche. Indem man den Fahrern ein Unterstützungsnetzwerk zur Verfügung stellt, sorgt man dafür, dass sie sich nicht allein gelassen fühlen.
Kommunikation
Eine effektive Kommunikation über organisatorische Veränderungen trägt dazu bei, den Stresspegel der Fahrer zu senken.
Kultur
Fördern Sie eine positive Arbeitskultur, die Konflikte und inakzeptables Verhalten vermeidet.
Was können Raststätten tun, um die psychische Gesundheit der Fahrer zu fördern?
Lkw-Fahrer sind für ihre täglichen Grundbedürfnisse auf Raststätten angewiesen. Diese sind für die psychische Gesundheit der Fahrer von entscheidender Bedeutung, da sie einen Rückzugsort für Fahrer bieten, die lange Stunden isoliert hinter dem Steuer verbracht haben. Dank moderner, sauberer Einrichtungen, gesunder Verpflegungsmöglichkeiten und eines Ortes, an dem man Kontakte knüpfen kann, können sich die Fahrer entspannen und erholen.
Raststätten können das Gemeinschaftsgefühl fördern, indem sie gesellschaftliche Aktivitäten und Veranstaltungen organisieren, bei denen Fahrer Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen und so das Gefühl der Isolation lindern können.
Wie hat sich der Fahrermangel auf die psychische Gesundheit der Fahrer ausgewirkt?
Im Jahr 2023 gibt es in Europa über 230.000 unbesetzte Stellen für Lkw-Fahrer – ein Mangel dieser Größenordnung hat den Druck auf die bereits in der Branche Tätigen erhöht.
Der Aufschwung des E-Commerce hat diesen Druck noch verstärkt – Lkw-Fahrer müssen strengere Lieferfristen einhalten und größere Warenmengen bewältigen. Die erhöhte Arbeitsbelastung und der zusätzliche Druck haben das Wohlbefinden der Fahrer erheblich beeinträchtigt – die Fluktuationsrate unter den Beschäftigten ist so hoch wie nie zuvor.